Transport
&
Speicherung
Wie gelangt Wasserstoff sicher vom Erzeuger zum Verbraucher und wie wird er gespeichert? Informieren Sie sich über den Transport und die Speicherung von Wasserstoff in Deutschland. Hier finden Sie Antworten auf Ihre Fragen.
Fragen und Antworten
Der Transport über lange Strecken erfolgt in der Regel über in der Erde verlegte Leitungen, sogenannte Pipelines. Hierfür werden hauptsächlich bestehende Leitungen verwendet, die heute Teil des Erdgas-Fernleitungsnetzes sind. Diese Pipelines können für den Transport von Wasserstoff umgestellt werden. Im Projekt GET H2 Nukleus zum Beispiel werden größtenteils bereits vorhandene Rohrleitungen genutzt. Auf der insgesamt rund 130 Kilometer langen Strecke werden 115 Kilometer bestehende Pipelines, die aktuell Erdgas transportieren, auf den Transport von Wasserstoff umgestellt. 15 Kilometer Pipeline werden als Teilneubau von Evonik zwischen Marl und Gelsenkirchen-Scholven umgesetzt. Das Wasserstoff-Kernnetz, dass bis 2032 schrittweise in Deutschland aufgebaut wird, wird rund 9.700 Kilometer Leitungen umfassen. Etwa 65% davon sind bestehende Leitungen, der andere Teil wird neu gebaut.
Der Transport über lange Strecken erfolgt in der Regel über in der Erde verlegte Leitungen, sogenannte Pipelines. Hierfür werden hauptsächlich bestehende Leitungen verwendet, die heute Teil des Erdgas-Fernleitungsnetzes sind. Diese Pipelines können für den Transport von Wasserstoff umgestellt werden. Im Projekt GET H2 Nukleus zum Beispiel werden größtenteils bereits vorhandene Rohrleitungen genutzt. Auf der insgesamt rund 130 Kilometer langen Strecke werden 115 Kilometer bestehende Pipelines, die aktuell Erdgas transportieren, auf den Transport von Wasserstoff umgestellt. 15 Kilometer Pipeline werden als Teilneubau von Evonik zwischen Marl und Gelsenkirchen-Scholven umgesetzt. Das Wasserstoff-Kernnetz, dass bis 2032 schrittweise in Deutschland aufgebaut wird, wird rund 9.700 Kilometer Leitungen umfassen. Etwa 65% davon sind bestehende Leitungen, der andere Teil wird neu gebaut.
Die Sektoren Industrie und Mobilität sind in der Regel auf eine Versorgung mit reinem, also unvermischtem Wasserstoff, angewiesen. Wird der grüne Wasserstoff ausschließlich zum Erdgas beigemischt, können die Projektpartner die Potenziale zur Reduzierung der CO₂-Emissionen in diesen Bereichen nicht heben. Auch wenn es ein Netz gibt, in dem 100%-iger Wasserstoff transportiert wird, bleibt die Beimischung von Wasserstoff zum Erdgas trotzdem eine theoretische Option, um den Verbrauch fossiler Energie zu reduzieren. Allerdings vermuten die meisten Experten, dass die Kosten für klimaneutralen Wasserstoff so hoch sein werden, dass sich eine Beimischung zum Erdgas nicht lohnt.
So wie es nur ein Stromnetz für konventionell erzeugten und Strom aus erneuerbaren Quellen gibt, kann es auch nur ein Wasserstoffnetz geben, in dem dieser unabhängig von der Herkunft des Wasserstoffs transportiert wird. Das langfristige Ziel ist es, in dieses Netz nur grünen Wasserstoff einzuspeisen.
Ja. Es werden nur die Teile des sogenannten Erdgas-Fernleitungsnetzes umgestellt, die von der Bundesnetzagentur freigegeben wurden, weil sie nicht notwendig sind, um die Versorgungssicherheit mit Erdgas aufrecht zu erhalten. Selbiges gilt für die Kavernenspeicher, die für Wasserstoff umgerüstet werden.
Die Pipelines des Erdgas-Fernleitungsnetzes sind aus Stahl. Die eingesetzten Stähle sind zum Transport von Wasserstoff grundsätzlich geeignet. In Deutschland gibt es bereits einige regional begrenzte Wasserstoffnetze, die von Industrieunternehmen seit Jahrzehnten betrieben werden. Deren Pipelines sind ebenfalls aus Stahl und mit denen des Fernleitungsnetzes vergleichbar. Die Eignung der Leitungen, die im Rahmen des Projektes GET H2 Nukleus für den Transport von Wasserstoff umgestellt werden, wurde bereits in umfassenden Prüfungen festgestellt.
Im Vorfeld der Umstellung findet eine technische Prüfung durch unabhängige Sachverständige statt. Je nachdem, wie die Gutachten ausfallen, werden erforderliche technische Anpassungen umgesetzt. Parallel wird ein behördliches Genehmigungsverfahren durchgeführt. Erst wenn auf allen Ebenen die Eignung für einen sicheren Transport festgestellt wurde, erfolgt die Umstellung auf Wasserstoff.
Wasserstoff tritt in seiner natürlichen Form nicht als einzelnes Atom, sondern immer als Molekül auf. Molekularer Wasserstoff (H₂) ist in der Regel zu groß, um durch den Stahl zu diffundieren. In den Leitungen wird der Wasserstoff immer in molekularer, nicht in atomarer Form vorliegen.
In den Leitungen wird Wasserstoff in seiner molekularen Form (H₂) transportiert, nicht in seiner wesentlich kleineren atomaren Form. Für die Leitungen wird Stahl verwendet, der durch molekularen Wasserstoff nicht angegriffen wird – anders als z.B. sehr hochlegierter Stahl oder Titan, die in der Automobilindustrie eingesetzt werden. Schweißnähte sind nicht anfälliger als andere Oberflächen in der Leitung. Voraussetzung für einen versprödenden Effekt ist auch hier ein Vorliegen von atomarem Wasserstoff in Kombination mit Fehlstellen an der Innenwand der Leitung. Atomarer Wasserstoff kann über eine Fehlstelle in das Metallgitter eindringen und sich dort wieder zu H₂ verbinden. Dauerhaft kann das zu einer Reduzierung der Bindungsenergie des Metallgitters der Leitung führen. Um das zu verhindern, werden Fehlstellen an Leitungen beseitigt. Damit die Wasserstoffnetze in jedem Fall sicher betrieben werden können, berechnen die Netzbetreiber die Lebensdauer sehr konservativ. Realistische Zeiträume für den Betrieb liegen trotzdem in der Regel bei mehreren Jahrzehnten. Ein sicherer und wirtschaftlicher Betrieb eines Wasserstoffnetzes ist also gewährleistet.
Nur atomarer Wasserstoff, der in den Stahlwerkstoff diffundiert ist, kann zu einer lokalen Herabsetzung der Elastizität führen. Eine Verringerung der Festigkeit wurde für die verbauten Pipelinewerkstoffe bisher nicht beobachtet.
Das Fernleitungsnetz wurde seit den 1940er Jahren in Deutschland nach und nach aufgebaut. Die Leitungen zwischen Lingen und Gelsenkirchen, die im Rahmen des Projektes GET H2 Nukleus umgestellt werden sollen, wurden größtenteils zwischen 1944 und 2013 errichtet. Das Alter von Pipelines sagt nichts über ihren Zustand aus. Das Leitungsnetz wird gemäß Regelwerk des DVGW (Deutscher Verband des Gas- und Wasserfachs) regelmäßig auf seinen Zustand hin überprüft. Werden schadhafte Abschnitte entdeckt, werden sie ausgetauscht.
Nein. Der Transport von Wasserstoff über Leitungen ist eine erprobte Technologie. In Deutschland und vielen anderen Ländern bestehen bereits seit Jahrzehnten privatwirtschaftliche Wasserstoffnetze, die sicher betrieben werden, z.B. von Air Liquide im Rheinland und Ruhrgebiet, von BASF in Ludwigshafen oder von Linde in Leuna. Der Betrieb und die Überwachung des Leitungssystems erfolgen fachlich versiert und sorgfältig. Somit wird kontinuierlich Sorge getragen, alle möglichen Gefahren zu minimieren.
Leckagen können durch beschädigte Leitungen oder schadhafte Armaturen entstehen. Die Anlagen und Leitungen der Gasnetze unterliegen strengen Sicherheitsauflagen in der Planung, im Bau und im Betrieb. Überwachungsmaßnahmen: • Regelmäßige Kontrolle durch Wasserstoffdetektion per Hubschrauber • Zentrale Leitstelle überwacht und steuert den Gasfluss 24/7 an 365 Tagen im Jahr • Sofortige Erkennung von Druckabfällen durch Leckagen • Umgehende Abriegelung und Druckfreimachung betroffener Leitungsabschnitte • Austausch beschädigter Leitungsteile Wird eine Leitung beschädigt, z.B. durch eine Baustelle, wird sofort ein Team einberufen, das im Umgang mit kritischen Situationen geschult ist. In Abstimmung mit den Sicherheitsbehörden leitet dieses Team die notwendigen Maßnahmen ein, um die Sicherheit auf allen Ebenen zu gewährleisten.
Die Mengen an Wasserstoff, die durch schadhafte Armaturen oder im Rahmen des normalen Verschleißes schadhafte Leitungen an die Luft entweichen können, sind sehr gering. Wasserstoff ist leichter als Luft und entweicht sofort nach oben. Er verteilt sich außerdem viermal schneller in der Luft als Erdgas. Wasserstoff explodiert oder brennt zudem nicht bei Kontakt mit der Luft. Dazu bräuchte es eine offene Flamme, wie es auch bei der Knallgasprobe, die viele aus der Schule kennen, der Fall ist.
Nur wenn eine sehr große Menge Wasserstoff auf einmal austritt, kann eine Gefahr gegeben sein. Das kann nur der Fall sein, wenn eine unter hohem Druck (z.B. 60 bar oder mehr) stehende Leitung massiv beschädigt wird, z.B. durch eine Baustelle. Die Gefahr einer Entzündung des Wasserstoffs besteht in der Regel nur, wenn sich gleichzeitig eine offene Flamme oder Funkenflug an der Austrittsstelle befinden. Ist dies der Fall, kann es – wie bei anderen entzündlichen Stoffen – zu einer Explosion kommen. Wie beim Transport von Erdgas wird kontinuierlich der Druck im System gemessen. Bei einem massiven Austritt von Gas fällt der Druck ab, was sofort bemerkt wird.
Wasserstoff kann sich bei Kontakt mit Sauerstoff entzünden, wenn gleichzeitig ein Zündfunke vorhanden ist. Die Gefahr einer Explosion hängt von der Wasserstoffkonzentration im Luftgemisch ab. Wenn ein Luftgemisch eine Wasserstoffkonzentration zwischen 4-77 mol % hat, ist eine Explosionsgefahr gegeben. Da im Leitungsnetz der Transport von 100%-igem Wasserstoff stattfindet, kann eine Explosion im Leitungsnetz ausgeschlossen werden. Da der Wasserstoff in der Rohrleitung zudem unter deutlich höherem Druck steht als die Umgebungsluft, kann kein Sauerstoff in die Rohrleitung eintreten und die Wasserstoffkonzentration verändern.
In dem Projekt GET H2 Nukleus sollen große Industriestandorte mit Wasserstoff versorgt werden. Das erfolgt über das bestehende Fernleitungsnetz und ergänzende Teilstücke, die neu errichtet werden, die nicht durch Wohngebiete führen. Gemäß gültigem Regelwerk des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfachs) liegen die Leitungen des Fernleitungsnetzes für Erdgas mindestens einen Meter unter der Erdoberfläche. Das wird auch bei Wasserstoffleitungen der Fall sein.
Bei den bestehenden Pipelines, die umgestellt werden, sind Umbauten an Armaturen und Verdichtern in den vorhandenen Anlagen notwendig. Diese erfolgen jeweils lokal an den einzelnen Standorten. Für das Projekt GET H2 Nukleus zum Beispiel betrifft das zwölf Stellen auf der 115 Kilometer langen Strecke. Bei Neubauvorhaben gibt es zwei Möglichkeiten, die sich nicht von dem Bau von Leitungen für Erdgas unterscheiden: • Offene Verlegung: Mithilfe von Baggern in einen vorher ausgehobenen Leitungsgraben • Tunnelbohrung: Bei Unterquerung von Flüssen und Kanälen, Straßen und Bahngleisen oder Landschafts- und Naturschutzgebieten
In dem Projekt werden größtenteils vorhandene Leitungen genutzt. Die Baumaßnahmen konzentrieren sich maßgeblich auf Arbeiten auf dem RWE-Kraftwerksgelände in Lingen sowie auf den Teilneubau einer Pipeline durch Evonik, die vom Chemiepark Marl nach Gelsenkirchen-Scholven führen soll (ca. 15 Leitungskilometer). Dieser Teilabschnitt soll gemeinsam mit einem bereits geplanten Austausch von vorhandenen Leitungen umgesetzt werden, so dass keine zusätzlichen Belastungen entstehen. Der Aufwand und die Belastungen sind also um ein Vielfaches geringer als bei einem vollständigen Neubau von Gasleitungen.
Der Anspruch bei einem Neubau einer Leitung ist es immer, dass Mensch und Umwelt in möglichst geringem Maße beeinträchtigt werden. Das wird bei der Trassenführung stets berücksichtigt, die im Übrigen in einem aufwändigen Verfahren mit den zuständigen Behörden und teilweise auch unter Einbindung der Öffentlichkeit festgelegt wird. Dabei kann es sich ergeben, dass Grünschnitt und Rodungen stattfinden müssen. Bei jeder Baumaßnahme wird im Einzelnen festgelegt, wie Eingriffe möglichst gering gehalten werden können und wie ein Ausgleich durch z.B. Ersatzpflanzungen erfolgen kann. Nach Verlegung ist das Freihalten der Trassen ein Sicherheitsaspekt. Leitungen müssen im Falle eines Schadens schnell zugängig sein, ebenso können Wurzeln zu Schäden an der Leitung führen.
Nein. Die Projektpartner verfolgen das Ziel, vorhandene Erdgasleitungen umzustellen, so dass sie für den Transport von 100% Wasserstoff genutzt werden können. Vorteile gegenüber Stromleitungsausbau: • Deutlich kostengünstiger als Neubau • Signifikant schneller umsetzbar • Viel umweltschonender • Vielfach geringere Belastungen für Bevölkerung und Umwelt • Schnelle Umsetzung möglich
Vor der Umstellung müssen die entsprechenden Leitungen auf Wasserstofftauglichkeit geprüft werden. Die jeweilige Aufsichtsbehörde muss der Umstellung und somit dem Betrieb mit Wasserstoff zustimmen.
Die für den Transport von Erdgas erteilten Wegerechte gelten auch für den Transport von Wasserstoff. Das wurde in dem im Juni 2021 im novellierten Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verabschiedet.
Laut §113a EnWG gelten die bestehenden Wegenutzungsrechte für Erdgasleitungen gleichermaßen auch für Wasserstoffleitungen. Da sich bei der Umstellung einer bestehenden Erdgasleitung auf den Transport von Wasserstoff die Tiefe der verlegten Leitung und die Größe des Schutzstreifens, in dem Baumaßnahmen nicht möglich sind, nicht ändern, gehen wir davon aus, dass sich auch der Wert des Grundstücks nicht ändert. Beim Neubau einer Leitung können keine pauschalen Aussagen zu Grundstückswerten getroffen werden. Dies sind Einzelfälle, die bei dem Neubau einer Leitung mit den Grundstückseigentümern verhandelt werden.
Hierfür werden hauptsächlich sogenannte Kavernenspeicher verwendet. Das sind in der Regel unterirdische Salzkavernen, die bereits seit Jahrzehnten für die Speicherung von Erdgas sicher eingesetzt werden und für die Speicherung von Wasserstoff umgerüstet werden. Zusätzlich können neue Salzkavernen für die Speicherung von Wasserstoff bereit gemacht werden. Die überwiegende Zahl der bestehenden Erdgasspeicher und der geplanten Wasserstoffspeicher befindet sich im Nordwesten Deutschlands. Knapp 90% aller potenziellen Kavernenspeicher Europas liegen in Ostfriesland, im Oldenburger Land und im Münsterland. Ein erster Wasserstoffspeicher, der 2026 an das Projekt GET H2 Nukleus angeschlossen werden soll, liegt in Gronau-Epe. Im kleineren Maßstab können auch Röhrenspeicher oder Gastanks eingesetzt werden. Verwendet werden generell nur erprobte und sichere Technologien.
Kavernenspeicher sind in Salzstöcken hergestellte Hohlräume. Das umlagernde Salz stellt eine undurchlässige Begrenzung dar. Die Dichtheit des Salzes gegenüber Wasserstoff wurde im Vorfeld untersucht und bestätigt, sodass der Wasserstoff aus der Kaverne nicht in andere Bodenschichten oder in das Grundwasser entweichen kann.
Das Wasserstoffnetz entsteht Schritt für Schritt. Es ist eine wichtige Grundlage für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Dazu muss es aufgebaut werden, bevor diese Wasserstoffwirtschaft komplett da ist. Das bedeutet, dass es nicht von Beginn an komplett ausgelastet sein wird. Damit weder die ersten Unternehmen, die Wasserstoff transportieren wollen, noch die Verbraucher auf den Kosten sitzen bleiben, hat die Bundesregierung ein sogenanntes Amortisationskonto eingerichtet. Aus diesem Konto werden die Kosten für den Aufbau des Netzes bezahlt. Die Einnahmen für die Nutzung des Netzes werden auf das Konto eingezahlt. Bis 2055 soll das Konto dann ausgeglichen sein. Das Wasserstoffnetz soll dann ausgelastet sein und sich selbst tragen.
Projekte
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TransportH2 Leitung Vlieghuis-Ochtrup
Thyssengas realisiert bis 2027 eine grenzüberschreitende Wasserstoff-Leitung zwischen Vlieghuis in den Niederlanden und Ochtrup im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen. Für das Projekt wird eine bestehende Erdgasleitung mit einer Länge von rund 53 Kilometern auf den Transport von Wasserstoff umgestellt. Die Leitung verbindet das entstehende deutschlandweite Wasserstoff-Netz mit den niederländischen Importhäfen Amsterdam, Eemshaven und Rotterdam sowie der Provinz Zeeland mit ihren Speichern und geplanten Produktionsanlagen. Das Leitungsvorhaben wird von Thyssengas als Fernleitungsnetzbetreiber durchgeführt und ist Teil des GetH2-Verbunds, der gemeinsam die Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland entwickelt. Die Inbetriebnahme der Wasserstoff-Leitung Vlieghuis-Ochtrup ist für Ende 2027 vorgesehen. Der Grenzübergangspunkt bildet einen zentralen Knotenpunkt für den grenzüberschreitenden Wasserstofftransport zwischen Deutschland und den Niederlanden.
Transport -
TransportSyneqt (GET H2 Nukleus)
Das Pipelinesystem von Syneqt verbindet den Chemiepark Marl und die Raffinerie Scholven in Nordrhein-Westfalen mit dem Wasserstoffkernnetz. Die Gesamtstrecke umfasst mehr als 50 Kilometer betriebsbereite Pipeline, davon wurden 41 Kilometer einer bestehenden Erdgasleitung auf Wasserstoff umgestellt. Ergänzend wurden neue Abschnitte errichtet, darunter eine drei Kilometer lange Pipeline durch den Chemiepark Marl sowie eine zehn Kilometer lange Verbindung nach Gelsenkirchen-Scholven zur Raffinerie. Das System ermöglicht den Transport von maximal 50.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr und bringt klimaneutralen Wasserstoff direkt zu industriellen Abnehmern. Das Projekt ist Bestandteil der Initiative GET H2 Nukleus und wurde von Evonik gemeinsam mit Partnern aus der Wasserstoff-Wertschöpfungskette realisiert. Ziel ist die Verbindung der klimaneutralen Erzeugung von grünem Wasserstoff in Norddeutschland mit industriellen Abnehmern in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Syneqt schloss die Arbeiten an der Pipeline-Gesamtstrecke von Legden über Marl bis Gelsenkirchen-Scholven in knapp zwei Jahren intensiver Projektarbeit ab. Dabei wurden sechs Stationen im Rahmen der Umstellung einbezogen. Die Pipeline stärkt die Rolle des Chemieparks Marl als Wasserstoff-Knotenpunkt.
Transport -
TransportmosaHYc Moselle-Saar-Hydrogen-Conversion
Das Projekt mosaHYc umfasst den Aufbau einer grenzüberschreitenden Wasserstoffinfrastruktur zwischen dem Saarland und der französischen Region Grand Est mit einer Gesamtlänge von rund 90 Kilometern. Im deutschen Abschnitt erfolgt der Neubau einer Wasserstoffleitung zwischen Leidingen und Dillingen an der Saar mit einem Innendurchmesser von circa 60 Zentimetern sowie die Reaktivierung einer bestehenden Leitung zwischen Völklingen-Fürstenhausen und Carling. Das Netz verbindet Elektrolyseure an den Standorten Carling, Fenne und perspektivisch Perl mit industriellen Abnehmern in der Großregion. Projektträger ist die Creos Deutschland Wasserstoff GmbH in Kooperation mit dem französischen Netzbetreiber naTran. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bewilligte im Juli 2024 eine Förderung von 44 Millionen Euro, davon rund 31 Millionen Euro aus Bundesmitteln und der übrige Anteil vom Saarland. Baubeginn ist Anfang 2026 geplant, die Inbetriebnahme Ende 2027.
Transport -
Anwendung, ErzeugungSALCOS Salzgitter Low CO2 Steelmaking
Die Salzgitter AG stellt am Standort Salzgitter in Niedersachsen die Stahlproduktion auf Wasserstoff. Das Programm SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) vermeidet die Entstehung von CO2 direkt im Produktionsprozess. Die erste Ausbaustufe besteht aus einer Direktreduktionsanlage mit 2 Millionen Tonnen Jahreskapazität, einem Elektrolichtbogenofen und einer 100-MW-Elektrolyseanlage zur Wasserstofferzeugung auf dem Werksgelände. Das IPCEI-Projekt wird mit über einer Milliarde Euro durch Bund und Land Niedersachsen gefördert. Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im ersten Schritt wird rund ein Drittel der Produktion auf das wasserstoffbasierte Verfahren umgestellt. Die vollständige Transformation bis 2033 soll die CO2-Emissionen um über 95 Prozent reduzieren.
Anwendung, Erzeugung -
Transport
Umstellung Leitungen 40b, 43 und 60
Die Leitungen 40b, 43 und 60 verbinden den Raum Lingen im Landkreis Emsland mit Bad Bentheim im Landkreis Grafschaft Bentheim in Niedersachsen und bilden einen wichtigen Abschnitt des entstehenden Wasserstoffnetzes GET H2 NETZ. Die drei Leitungsabschnitte umfassen insgesamt rund 51 Kilometer: Leitung 40b erstreckt sich über 22 Kilometer von der Station Messingen südöstlich von Lingen über den Netzknotenpunkt Schepsdorf bis zur Station Frenswegen nordwestlich von Nordhorn, Leitung 43 verläuft über 11 Kilometer von der Station Schepsdorf bis zur Station Holthausen II mit Anbindung zur bp Lingen, und Leitung 60 führt über 18 Kilometer von der Station Frenswegen bis zur Station Bentheim. Die Leitungen operieren mit einem Betriebsdruck von 70 bar. Die umgestellten Erdgasleitungen dienen dem Transport von grünem Wasserstoff aus Lingen, wo Wasserstoff aus Windstrom erzeugt werden soll, zu industriellen Abnehmern im nördlichen Ruhrgebiet. Das Projekt wurde von der Nowega GmbH umgesetzt und ist Teil des Projekts GET H2 Nukleus, das im Verbund mit den Partnern OGE, RWE und Evonik realisiert wird. Die Leitungen 40b und 60 sind seit der erfolgreichen Umstellung betriebsbereit und transportieren Wasserstoff.
Transport -
Transport
Umstellung Leitung 13
Die Umstellung der Leitung 13 umfasst eine bestehende Erdgasleitung mit einer Länge von ca. 31 km und einem Auslegungsdruck von 64 bar, die zwischen Emsbüren in Niedersachsen und Legden in Nordrhein-Westfalen verläuft. Die Leitung verbindet die Gemeinden Bad Bentheim, Ochtrup, Heek, Nienborg und Asbeck im Münsterland und wird schrittweise auf Wasserstofftransport umgestellt. Die Infrastruktur ist Teil des GET H2 Nukleus-Netzes und dient der Versorgung industrieller Abnehmer in der Region mit Wasserstoff. Das Projekt wird im Rahmen des IPCEI-Programms realisiert und durch Bundesmittel gefördert. Die Umstellung erfolgt in Partnerschaft mit regionalen Netzbetreibern und Energieversorgern, die das bestehende Leitungsnetz für den Wasserstofftransport ertüchtigen. Bis 2027 soll die vollständige Umstellung auf Wasserstoff abgeschlossen sein. Im Zuge des Projekts werden die Stationen Westerbauerschaft, Nienborg, Heek und Emsbüren sowie der Standort Ochtrup Wester zurück- und umgebaut. Zusätzlich entstehen Neubauten der Stationen Bad Bentheim, Ochtrup und Asbeck sowie eine Anschlussleitung in Legden.
Transport
H2 Leitung Vlieghuis-Ochtrup
Syneqt (GET H2 Nukleus)
mosaHYc Moselle-Saar-Hydrogen-Conversion