Projekt Kategorie Anwendung
SALCOS Salzgitter Low CO2 Steelmaking

Die Salzgitter AG stellt am Standort Salzgitter in Niedersachsen die Stahlproduktion auf Wasserstoff. Das Programm SALCOS® (Salzgitter Low CO2 Steelmaking) vermeidet die Entstehung von CO2 direkt im Produktionsprozess. Die erste Ausbaustufe besteht aus einer Direktreduktionsanlage mit 2 Millionen Tonnen Jahreskapazität, einem Elektrolichtbogenofen und einer 100-MW-Elektrolyseanlage zur Wasserstofferzeugung auf dem Werksgelände.
Das IPCEI-Projekt wird mit über einer Milliarde Euro durch Bund und Land Niedersachsen gefördert.
Der Produktionsstart ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Im ersten Schritt wird rund ein Drittel der Produktion auf das wasserstoffbasierte Verfahren umgestellt. Die vollständige Transformation bis 2033 soll die CO2-Emissionen um über 95 Prozent reduzieren.
H2!Academy

Die H2!Academy entwickelt am IHK-Standort Gelsenkirchen praxisorientierte Weiterbildungsangebote für die Wasserstofftransformation in der Emscher-Lippe-Region. Das Bildungsprojekt richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen und erfasst deren Qualifizierungsbedarfe durch Umfragen und Expertiseinterviews. Auf dieser Grundlage entsteht ein Wasserstoffkompetenzmodell, das in Pilotlehrgängen erprobt und weiterentwickelt wird.
Die IHK Nord Westfalen ist Projektträger der H2!Academy. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben über drei Jahre.
Das Projekt befindet sich in der Pilotphase am IHK-Standort Gelsenkirchen. Die hohe Unternehmensbeteiligung an Expertiseinterviews und Transferveranstaltungen zeigt den Bedarf an wasserstoffbezogenen Weiterbildungen. Durch gesteigertes Bewusstsein für erneuerbare Energien und Wasserstofftransformation ergeben sich deutliche CO₂-Einsparpotenziale.
H2-Cluster-Heek
Das Pilotvorhaben H2-Cluster-Heek in der Gemeinde Heek im Kreis Borken, Nordrhein-Westfalen, entwickelt eine vollständige Wasserstoff-Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zur Anwendung und zum Import von Wasserstoff. Die geografische Lage der Gemeinde ermöglicht den direkten Anschluss an die GetH2-Wasserstoffleitung sowie die Anbindung an die Kavernenspeicher im benachbarten Epe. Das Projekt koordiniert und synchronisiert die Arbeitsprozesse regionaler Akteure entlang der gesamten Wasserstoff-Wertschöpfungskette.
Das Vorhaben wird von der Wasserstoff Entwicklungs GmbH & Co. KG koordiniert. Das Projekt verfolgt die Ziele Energieautonomie, Nachhaltigkeit und Bezahlbarkeit und soll als übertragbares Modell für weitere Regionen dienen.
Das H2-Cluster-Heek nutzt die strategische Lage zwischen der überregionalen Wasserstoff-Transportinfrastruktur und den Speicherkapazitäten, um eine regionale Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen. Das Pilotvorhaben soll die praktische Umsetzung der Energiewende durch die Integration aller Stufen der Wasserstoff-Wertschöpfungskette demonstrieren.
H2HoWi

Das Projekt H2 Howi in Holzwickede, Nordrhein-Westfalen, dient der Erprobung der Umstellung bestehender Erdgasleitungen auf den Transport von 100 Prozent Wasserstoff. Ziel ist es, die technische Umsetzbarkeit und rechtlichen Rahmenbedingungen einer solchen Umrüstung erstmals in Deutschland nachzuweisen und damit eine grüne Anwendung für das vorhandene Erdgasnetz zu ermöglichen. Das Vorhaben konzentriert sich auf die praktische Demonstration, dass die bestehende Gasinfrastruktur in Holzwickede für den reinen Wasserstofftransport geeignet ist und damit zur Dekarbonisierung der Energieversorgung beitragen kann.
Das Projekt wird von Westenergie durchgeführt und wissenschaftlich kontinuierlich begleitet. Die wissenschaftliche Begleitung dokumentiert alle technischen und regulatorischen Erkenntnisse, die für künftige Wasserstoffprojekte im Gasnetz von Bedeutung sind. Das H2 Howi-Vorhaben nimmt eine Pionierrolle für die Entwicklung der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland ein.
Die Inbetriebnahme des H2 Howi-Projekts erfolgte im Oktober 2022. Die Projektlaufzeit ist bis Dezember 2026 angesetzt, um umfassende Langzeiterfahrungen mit dem Betrieb von Wasserstoff in umgerüsteten Erdgasleitungen zu sammeln. Die gewonnenen Daten und Erkenntnisse sollen als Grundlage für die großflächige Transformation der Gasinfrastruktur in Nordrhein-Westfalen und bundesweit dienen
H2 Filling Hub Lingen
Das H2 Filling Hub Lingen umfasst eine öffentliche Wasserstoff-Tankstelle zur Versorgung lokaler Betriebe und Privatkunden sowie eine nicht-öffentliche Trailerabfüllstation zur Versorgung von Kunden ohne direkten Pipelineanschluss am Standort des RWE Gaskraftwerks Emsland in Lingen (Ems), Landkreis Emsland, Niedersachsen. Die Anlage bezieht grünen Wasserstoff aus der benachbarten Elektrolyseanlage von RWE und bringt diesen zu den Abnehmern. Die öffentliche Tankstelle ermöglicht die Betankung wasserstoffbetriebener Fahrzeuge, während die Abfüllstation die Belieferung von Unternehmen per Tankfahrzeug ermöglicht.
Das Projekt stellt eine Partnerschaft zwischen RWE als Eigentümerin der Anlage und Herstellerin des grünen Wasserstoffs sowie der Westfalen AG als erfahrener Betreiberin der Wasserstoffanlagen dar. Die Zusammenarbeit verbindet RWEs Kompetenz in der Wasserstofferzeugung mit der Betriebserfahrung der Westfalen AG im Bereich Wasserstoff-Tankinfrastruktur.
Die Bauarbeiten für das H2 Filling Hub Lingen wurden gestartet. Die Inbetriebnahme der Tankstelle und Abfüllstation ist geplant. Die Anlage trägt zur Entwicklung der Wasserstoffmobilität und -versorgung in der Region Lingen bei.